Peter Buur, Senior-Flottenmanager

„Büro und Flotte bilden eine Einheit“

Peter Buur schaut auf der Brücke zu, wie der Kapitän das Schiff in einem der Europoort-Häfen routiniert in die richtige Position manövriert. Die sechs Schubleichter werden an das Schubboot angekoppelt, denn sie sollen nach Duisburg gebracht werden.

Peter Buur verbringt einen Tag an Bord des Schubboots, auf dem zwei Kapitänen sind. Buur ist Senior-Flottenmanager bei thyssenkrupp´╗┐ Veerhaven und in dieser Funktion für alle Flottenmitarbeiter verantwortlich.

Buur ist selbst jahrelang zur See gefahren. Zwar ist die Seeschifffahrt etwas ganz anderes als die Binnenschifffahrt, aber Buur kennt das Leben an Bord und weiß wie kein anderer, wie es ist, lange Zeit von zu Hause fort zu sein. Als ehemaliger Steuermann ist er auch nicht der Typ für einen Bürojob. „Deshalb mag ich diese Arbeit so sehr. Kein Tag ist wie der andere.“

Im Durchschnitt verbringt er drei Tage pro Woche an Bord der Veerhaven-Schiffe, um mit den Kapitänen und den Besatzungen über die (Zusammen-)Arbeit und das gemeinsame Leben an Bord zu sprechen.

Um 11.00 Uhr ist Wachwechsel. Dann nimmt Buur mit der Besatzung eine warme Mahlzeit ein. „Ich bin an Bord, um mir ein Bild davon zu machen, wie die Besatzung arbeitet und wie alle miteinander auskommen. Dabei kommt alles Mögliche zur Sprache. Ich schaue mir an, ob die Kommunikation funktioniert, ob es Probleme gibt, ob Dinge anders oder besser gemacht werden können ... Als Flottenmanager bin ich die Schnittstelle zwischen Büro und Flotte. Was ich auf dem Schiff beobachte, könnte ich niemals in Erfahrung bringen, wenn ich im Büro an meinem Schreibtisch sitzen bleiben würde.“

„Im Durchschnitt sehe ich jedes Besatzungsmitglied einmal alle zwei Monate auf dem Schubboot. Weil unser Flottenpersonal weit verstreut wohnt, ist es für die Mitarbeiter und mich am einfachsten und wirtschaftlichsten, einander an Bord zu sprechen.”

„Unsere Veerhaven-Besatzung besteht derzeit zu 90 Prozent aus Niederländern und Deutschen und zu 10 Prozent aus Tschechen”, berichtet Buur. „Wichtig ist, dass die sieben Besatzungsmitglieder auf jedem Boot einander verstehen und gut miteinander auskommen, dass Harmonie an Bord herrscht. Die Zusammenarbeit wird in den Wochen, in denen die Besatzung an Bord lebt und arbeitet, sehr intensiv.“

Buur erklärt, dass die Schifffahrt heutzutage nicht mehr das ist, was sie einst war. „Ein Kapitän beispielsweise muss heute zugleich Manager sein und unternehmensstrategisch denken. Es geht nicht nur darum, ohne Probleme und Schäden von A nach B zu kommen. Deshalb müssen zukünftige Kapitäne Assessments durchlaufen, in denen u.a. ihre Führungsqualitäten geprüft werden.“

Buurs Aufgabe ist es vor allem, für Kontinuität und Qualität im Flottenpersonal zu sorgen. Er ist aber auch für die reibungslose Kommunikation zwischen Büro und Flotte verantwortlich. „Wir müssen voneinander wissen und verstehen, wer woran arbeitet. Es ist sehr wichtig, dass wir nicht in zwei getrennten Welten – an Land und auf dem Wasser – leben, sondern dass wir als Unternehmen eine Einheit bilden.“