Nico Platteschor

Schnittstelle zwischen den Lagern in den Seehäfen und den Hochöfen im Ruhrgebiet

„Ein zufriedenes Gefühl“, das hat der Disponent (Planer) Nico Platteschor von der Abteilung Rheinfahrt, wenn er auf seinem Computerbildschirm sieht oder am Telefon hört, dass alles läuft wie geschmiert.
Dass die Rohstoffe in den Seehäfen rechtzeitig verladen werden und dass die Schubverbände mit vier oder sechs Leichtern planmäßig zu den Hochöfen von thyssenkrupp in Duisburg unterwegs sind. Die müssen ununterbrochen laufen und dürfen niemals ausgehen.
Deshalb ist die konstante (Just-in-time-)Anlieferung von Erzen und Kohlen absolut wichtig.

Die vier Disponenten der Abteilung Rheinfahrt planen den Transport der Erze, Kohlen und Halbzeuge (Brammen). Sie sind eine wichtige Schnittstelle in der Logistikkette zwischen den Umschlagunternehmen in den niederländischen und belgischen Verladehäfen im Bereich Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen (ARA), den Schubverbänden und den Hochöfen in Duisburg.
„Alles hängt miteinander zusammen; das merkt man vor allem in unserer Abteilung. Die Arbeit ruht nie, denn unser Betrieb läuft rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr“, erzählt Platteschor.
Je nach verfügbaren Transportkapazitäten, die auch von den Pegelständen der Flüsse abhängig sind, werden zusätzliche Kapazitäten gechartert: zusätzliche Schubboote oder Motorschiffe und/oder Leichterverbände.
Das erfordert nicht nur eine gute Übersicht, sondern vor allem Kenntnisse der Marktverhältnisse.

Acht eigene Schubboote und drei gecharterte Boote fahren das ganze Jahr über zwischen den ARA-Häfen, vor allem aber zwischen Rotterdam und Schwelgern (Duisburg) mit vier oder sechs Schubleichtern hin und her.
„Es ist eine Herausforderung, die Schiffe rechtzeitig abfahren und vor allem aber rechtzeitig ankommen zu lassen. All die kleinen Rädchen im Getriebe müssen sich ständig drehen“, erklärt Nico Platteschor, der seit 2003 bei thyssenkrupp´╗┐ Veerhaven ist.
Aber natürlich geht auch mal etwas schief: Die Rohstoffe werden nicht rechtzeitig geliefert, eine Verlademaschine fällt aus, ein Schubboot hat eine Panne oder es gibt eine Störung im Löschhafen oder in einem der Hochöfen. Dann sind die Disponenten hellwach und haben das Telefon am Ohr. Denn der Just-in-time-Transport muss weitergehen. Die optimale Abstimmung zwischen den Partnern in den Lade- und Löschhäfen ist das A und O. Zugleich muss intensiv Kontakt mit den Besatzungen der Schubboote gehalten werden. Sie sind es, die buchstäblich dafür sorgen müssen, dass wir nicht an Fahrt verlieren.“'
Störungen oder Verzögerungen, Wetterbedingungen oder schwankende Pegelstände können kleinere oder größere Veränderungen der Planung bedeuten. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der optimalen Abstimmung.
Dank moderner Kommunikationstechnik und eines komplexen Dateninformationssystems stehen die Disponenten der Abteilung Rheinfahrt ständig mit allen Beteiligten in Verbindung. Platteschor: „Unsere wichtigsten Partner sind TKSE Zentrale Koordination beim Hochofenbetrieb in Schwelgern und der Schüttgut-Umschlagbetrieb EECV in Europoort/Rotterdam. Gemeinsam mit unserem Partner EECV bilden wir ein wichtiges Bindeglied in der Logistikkette für die Stahlproduktion. Gemeinsam sind wir stark.“
„Natürlich besuchen wir unsere Partner regelmäßig und tauschen operationelle Informationen aus“, so Platteschor. „Obwohl die Planung heute hauptsächlich über EDI und Telefon verläuft, sind die persönlichen Kontakte sehr wichtig. Die Rheinfahrtdisposition ist und bleibt eben Arbeit von Menschen.“